Martinskirche in Oberwesel

Renovierung

Witterungsbedingte Schäden an Dach und Mauerwerk der Martinskirche in Oberwesel im Rhein-Hunsrück-Kreis, Schädlings- und Schwammbefall an der Dachkonstruktion und die Einsturzgefährdung des Glockenstuhls wurden in zwei Bauabschnitten zwischen 2004 und 2009 saniert - auch mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), die 2007 zu diesem Zweck dank Spenden und Mitteln der GlücksSpirale 25.000 Euro zur Verfügung stellte. Nun sollen in zwei weiteren Bauabschnitten die Feuchtigkeitsschäden am Turmmauerwerk und am Turmdach der Martinskirche beseitigt werden. Die absturzgefährdeten Turmzinnen wurden bereits 2010/11 notgesichert. Der entsprechende Fördervertrag über 37.500 Euro für die Sanierung des Kirchturms wurde nun im Januar 2014 an Pfarrer Manfred Weber überreicht.

Auf dem höchsten Punkt am Nordwestrand des Ortes Oberwesel gelegen, bestimmt die Martinskirche noch heute eindrucksvoll das Stadtbild. Der Bau der Kirche erfolgte im Wesentlichen in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Der Turm wurde nach dem Weseler Krieg 1390/1391 als Teil der Stadtbefestigung zum Wehrturm ausgebaut. Der wehrhafte Charakter mit den zinnenbekrönten Eckwarten blieb ihm bis heute bewahrt.

Am Langhaus fehlt bemerkenswerterweise das südliche Seitenschiff. Es war zwar geplant, wurde jedoch nie ausgeführt. Das nördliche Seitenschiff entstand zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Den bis auf den Turm weiß verputzten Bau gliedern dreibahnige Maßwerkfenster und einfache Strebepfeiler. Das kreuzrippengewölbte Mittelschiff besteht aus drei Jochen, der gleich breite und hohe Chor aus zwei Jochen mit 5/8-Schluss.

Die Ausstattung der Kirche, die Stücke von der Spätgotik bis zum Barock umfasst und im Kontrast zur einfachen und klaren Raumgliederung steht, wird als die reichhaltigste am Mittelrhein beschrieben. Diese Innenraumqualitäten sowie die Einheit von Architektur, Ausmalung und über Jahrhunderte gewachsener Ausstattung sowie die stadtbildprägende Lage im Gebiet des Weltkulturerbes Oberes Mittelrheintal verleihen der Kirche, so das Landesdenkmalamt, nationale Bedeutung.

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